Prämierung beim Fotowettbewerb der Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung

Zwei meiner Bilder haben es beim Fotowettbewerb „Wir vergrößern Niedersachsens bunte und wilde Vielfalt“ der Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung unter die Besten zwölf geschafft.
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 30 Jährigen Jubiläums der Stiftung wurden ich und die anderen Prämierten nun Ausgezeichnet.

Es ist eine freude wenn die eigenen Bilder einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Es wurden mein Bild der Jungfüchse die aus ihrem Bau in der Feldmark schauen und das Bild der Waldkauz Nestlinge an der Bruthöhle ausgezeichnet.

Drei Junge Waldkäuze an ihrer Bruthöhle

Jungfüchse schauen aus ihrem Bau in der Feldmark

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner des Fotowettbewerbs Kerstin Büker, Jan Lübben und Willi Rolfes und alle anderen Prämierten.

Es war eine sehr gelungene Veranstaltung bei der auch die Gewinner des Niedersächsischer Ehrenamtspreis 2019 für Ihr engagement für die Umwelt ausgezeichnet wurden. Vielen dank an die Bingo-Umweltstiftung für die Ausrichtung der Wettbewerbe und ihr Engagement für den Umweltschutz.

[Credits für das Gruppenfoto an: Bednarek photography ]

Wildkatzen: Lockstockkartierung mit dem BUND in der Presse

Der Zeitungsartikel über die Beteiligung von Max Kesberger und mir am Wildkatzenmonitoring des BUND im Rahmen unseres Kamerafallenprojekts WildesNachtleben.de ist jetzt frei einsehbar:

https://www.haz.de/Umland/Seelze/Seelze-Die-Tierfotografen-Sukdolak-und-Kesberger-sind-nachtaktiven-Tieren-auf-der-Spur

Mein Jahr 2018

Obwohl ich auf meinem Blog nicht sehr aktiv war, hatte ich ein fotografisch sehr erlebnis- und erfolgreiches Jahr 2018.

Es begann mit einigen Besuchen bei einem Waldkauz, der sein Quartier im Schornstein einer alten Jagdhütte bezogen hatte.

Waldkauz No.1 im Schornstein einer alten Jagdhütte im Wald, Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/1600s f6,3 ISO1600, Handgehalten

Dann hatte ich die Gelegenheit, einen Sprung Rehe durch den Winter zu begleiten. Sie hielten sich zuverlässig auf einigen nur zum Teil abgeernteten Gemüsefeldern und dem brachliegenden Gelände einer ehemaligen Gärtnerei auf. Dies ermöglichte mir, sie in diversen Wetterlagen und Lichtsituationen dokumentieren zu können.

Rehbock im Gegenlicht. Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/2500s f6,3 ISO800, Handgehalten
Ricke im Seitenlicht, Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/2000s f6,3 ISO800, Handgehalten

Auch nach einem plötzlichen Wintereinbruch gelang es mir, einige Aufnahmen zu machen. Dabei musste ich mit äußerster Vorsicht vorgehen, denn Rehe vertragen Störungen im Winter nicht besonders gut, da der Nahrungserwerb für sie dann besonders schwierig ist.

Rehbock im Schnee, Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/1000s f6,3 ISO1600, Handgehalten

Die Temperaturen sind so weit gefallen, dass die Koldinger Seen zugefroren waren. So, dass die in großer Zahl vorhandenen Wasservögel sich um die verbliebenen freien Wasserstellen scharten.

Gänse auf dem zugefrorenen Koldinger See. Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/1000s f6,3 ISO1600, Handgehalten

Das Zufrieren der Seen wirkte sich auf die benachbarten Biotope aus, da die Wasserbewohner auf die offenen Fließgewässer in der Umgebung auswichen. Dementsprechend verlagerte sich auch meine fotografische Aktivität. In den Monaten Januar bis März habe ich, aus einem selbstgebauten  Tarnversteck heraus, Wasservögel an der Leine bei Koldingen fotografiert. Ich wählte einen Platz, an dem ich häufig Kormorane beim Fischen und Sonnen beobachten konnte. Bereits beim Bau des Verstecks setzte sich ein Eisvogel auf den Rohbau. Ich konnte dort neben diversen Entenarten auch einige Wintergäste (Vögel, die im Winter aus kälteren Gefilden zu uns ziehen) ablichten. Neben Kormoranen und Reihern gaben sich u.a. Schellente, Schnatterente, Reiherente, Zwergtaucher, Zwergsäger sowie den unten abgebildeten Gänsesäger die Ehre.

Gänsesäger (Mergus merganser) auf der Leine im Morgenlicht. Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/3200s f9 ISO3200, 900mm EFL, Handgehalten

Bei einem Ansitz an einem renaturierten Bachlauf in der Feldmark, zog eines Morgens eine Rotte Wildschweine an mir vorbei.

Wildschweinrotte. Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/3200s f9 ISO3200, 900mm EFL, Stativ

Ich folgte ihnen unauffällig und brachte meine Kamera im Bachlauf stehend in Position. Die Rotte zog daraufhin direkt auf mich zu und kam nur wenige Meter vor mir zum Stehen – sehr beeindruckend, ihnen so gegenüberzustehen! Irgendwann kamen sie mir allerdings zu nah und ich machte mich „groß“ und schaute über mein Stativ hinweg, hinter dem ich mich unter einem Tarnschal verborgen hatte. Nun identifizierten die Wildschweine mich als Menschen und nahmen schnell Reißaus.

Anschließend sammelten sie sich auf dem anliegenden Feld, steckten die Köpfe zusammen und es schien als würden sie beratschlagen, wie es nun weitergehen sollte.

Popoparade. Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/3200s f9 ISO3200, 900mm EFL, Stativ

Einmal auf den Geschmack gekommen, zog es mich in Folge häufiger in Wildschwein-Terrain. Deshalb besuchte ich die Moorgebiete, die sich im Norden der Region Hannover befinden.

Sonnenaufgang im Moor, Huawei P9

Anstelle von Wildschweinen stieß ich allerdings auf Kraniche, von denen einige dort, wie mir später berichtet wurde, sogar zum Brüten verweilen.

Kranich im Moor, Nikon D500 Nikon 200-400 f4, 1/640s f5.6 ISO400, 600mm EFL Handgehalten

Ende März wurde es noch einmal kalt. Ich hatte das Glück an einem dieser kalten Tage einen jungen Rehbock im Morgenrot fotografieren zu dürfen und wurde anschließend von schneebedeckten Baumstämmen zu Wischerbildern inspiriert.

Rehbock im Morgenlicht, Nikon D500 Nikon 200-400 f4, 1/1250s f4 ISO2000, 600mm EFL Handgehalten
Kreative Expertimente im verschneiten Wald, Nikon D500 Nikon 200-400 f4, 1/10s f11 ISO64 300mm EFL Handgehalten

Der Frühling wurde für mich durch die Blüte der Buschwindröschen eingeleitet:

Buschwindröschen. Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/2500s f6.3 ISO800, 900mm EFL,

Im Deister blühte der Bärlauch…

Bärlauchblüte im Deister. Fuji X100t 1/125s f3.2 ISO250, 35mm EFL Handgehalten

und dort konnte ich den zweiten Waldkauz des Jahres aufspüren.

Waldkauz No.2. Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/3200s f9 ISO3200, 900mm EFL, Stativ

Auch im Moor hielt der Frühling Einzug.

Große Heidelibelle auf einer Moorgrasblüte, Nikon D500 Sigma 150-600 Sports, 1/1000s f8 ISO400

Jungtiere im Frühling: Füchse, Gänse und Dachse

Jungfüchse an ihrem Bau, Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/3200s f9 ISO800, 900mm EFL, Stativ
Ansitz bei den Füchsen , Fuji X1oot 1/140s f2 ISO200, 35mm EFL, Handgehalten

Ich lernte dieses Jahr die Bedeutung von „jemanden unter die Fittiche nehmen“ aus einem völlig neuen Blickwinkel kennen. Denn ich konnte beobachten, wie eine Gänsemutter ihre Küken zum Schlafen unter ihren Flügeln verbarg.

Gänsemutter mit Küken. Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/3200s f9 ISO3200, 900mm EFL,

Nach einem Tip eines ortsansässigen Bauern habe ich einen Dachsbau in der Feldmark aufspüren können. Der Dachsbau hat solche Ausmaße angenommen, dass er sogar bei google maps zu sehen ist:

Dachsbau in der Feldmark. ©Google.com
Dachsjunges vor dem Bau am Rande des Rapsfeldes. Nikon D500 Sigma 300mm f2.8,  1/160s f2.8 ISO320 ISO1600, 450mm EFL Stativ
„Maskerade“ beim Ansitz am Dachsbau in der Feldmark, Fuji X1oot 1/25s f2.8 ISO6400, 35mm EFL, Handgehalten
Dachskopulation. Nikon D500 Sigma 300mm f.28, 1/10s f6,3 ISO6400, 450mm EFL, Stativ

Bereits aus vorangegangenen Jahren war mir bekannt, welch vielfältigen Lebensraum der Raps bietet. Zahlreiche Säugetierarten finden hier Unterschlupf und Insekten und Vögel ein großes Nahrungsangebot.

Hase in einer Treckerspur im Rapsfeld, Nikon D500 Sigma 150-600 Sports, 1/250s f8 ISO 800, 900mm EFL, Handheld

Bei meinen Ansitzen in der Feldmark konnte ich immer wieder Rotmilane fotografieren. Nachfolgend habe ich ein Foto gewählt, das einen von ihnen in der Abendsonne zeigt.

Rotmilan. Nikon D7000 Sigma 150-600 Sports, 1/1600s f9 ISO800, 900mm EFL Handgehalten

Während zahlreicher Ansitze bei den Dachsen im Wald konnte ich nicht nur das Verhalten junger Dachse beobachten, sondern hatte auch einige Zufallsbegegnungen mit anderen Tieren. Rehe und Waschbären schlichen an mir vorbei, eine Wildschweinrotte zog durch das Unterholz, in der Ferne hörte ich das Bellen der Füchse und in der Nähe den Gesang der Vögel. Eine Skorpionsfliege, die mir bis dahin noch völlig unbekannt war, setzte sich direkt neben mich auf einen Ast.

Das Insekt des Jahres: die Skorpionsfliege, Huawei P9
Dachs im Zwielicht des Waldes, Nikon D7000 Sigma 300mm f2.8, 1/100s f2.8 ISO1600

Nach dem Ansitzen am Dachsbau habe ich mich in mein Tarnzelt am Waldrand zurückgezogen. Das durfte ich hier nach Rücksprache mit dem Jagdpächter aufstellen (Vielen dank Andree!). Als ich später von den morgendlichen Rufen des Waldkauzes geweckt wurde, habe ich dort Schwarzmilane fotografieren können, ohne diese bei ihrem Brutgeschehen zu stören.

Junge Schwarzmilane in der Krone ihres Nistbaumes im Licht der aufgehenden Sonne. Nikon D500 mit Sigma 150-600 Sports und 2.0 Telekonverter, 1/160s f13 ISO1600, 1800mm EFL, Stativ, Tarnzelt
Tarnzelt im Wald in der Nähe des Horsts der Schwarzmilane, Huawei P9
Ein Elternvogel kommuniziert mit seinen Jungen von einer Sitzwarte. Nikon D500 mit Sigma 150-600 Sports, 1/250s f6.3 ISO1600, 900mm EFL, Stativ, Tarnzelt
Einer der adulten Schwarzmilane kehrt mit Futter zum Nest zurück. Nikon D500 mit Sigma 150-600 Sports und 2.0 Telekonverter, 1/160s f13 ISO1600, 1800mm EFL, Stativ, Tarnzelt

Auf dem Weg vom Dachsbau zu meinem Schlafplatz im Tarnzelt konnte ich wiederholt Glühwürmchen (eigentlich Glühkäfer) beobachten. Diese musste ich natürlich auch fotografieren, was sich jedoch als nicht so einfach herausstellte. Mit Hilfe meiner Kopflampe gelangen mir nach etlichen Versuchen aber doch noch einige ansprechende Aufnahmen.

Glühkäfer im Licht meiner Kopflampe, Nikon D500 Sigma 17-70f2.8-4, 2s f11 ISO800, 105mm EFL, Stativ

Ende Juni habe auch ich natürlich Fotos der Totalen Mondfinsternis gemacht, handelte es sich doch mit 103 Minuten um das längste Ereignis dieser Art in diesem Jahrhundert.

Totale Mondfinsternis, Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1s f6.3 ISO800, Stativ

Der Blühstreifen entlang des renaturierten Bachlaufs, an dem ich auch die Wildschweine fotografieren konnte, war im Sommer ein einziges Schmetterlingsparadies, in dem sich unter anderem Admirale, Baum-weißlinge, Füchse, Große Ochsenaugen, Perlmuttfalter, Pfauenaugen, Kohlweißlinge, Zitronenfalter und die unten abgebildeten Bläulinge tummelten.

Bläulinge werden bei der Paarung von einem Artgenossen angeflogen. D500 Sigma 150-600 Sports 1/1600s f9 ISO400, Handgehalten
Ein seltener Gast in der Region Hannover – ein Widehopf machte auf dem Durchzug in Hannover halt. D500 Sigma 150-600 Sports 1/1000s f8 ISO1600, Handgehalten aus dem Autofenster

Auch in der Blattzeit (Jägersprache für die Paarungszeit der Rehe; sprachlich hergeleitet vom „Blatten“, dem Anrufen der Rehböcke durch das Nachahmen der Geräusche einer Ricke, was ursprünglich auf einem Blatt erfolgte) war ich fotografisch aktiv und konnte immer wieder Ricken und Böcke gemeinsam festhalten. Auch eine Kopulation konnte ich beobachten, da sie jedoch lange nach sonnenuntergang stattfand, gibt es davon leider kein Foto.

Rehe zur Blattzeit beim Spurt durch die Feldmark. D500 Sigma 150-600 Sports, 1/2000s f6,3 ISO800 Handgehalten

Im Sommer habe ich gemeinsam mit Max Kesberger die erste Kamerafalle aufgestellt.

Waschbären auf der Pirsch. Kamerafalle aus Nikon D5100 Sigma 30mm f1.4, 1/8s f9 ISO200. Ausgelöst durch einen IR-Bewegungsmelder

Nach ersten Erfolgen zeichnete sich eine neue Leidenschaft ab und es ergab sich mittlerweile das Projekt wildesnachtleben.de , durch das wir u.a. mit der Deutschen Wildtierstiftung in Kontakt kamen und mit dem BUND an der Lockstockkartierung für Wildkatzen teilnehmen. Außerdem haben wir im Rahmen des Projektes diePflanzaktion eines Wildkatzenkorridors der Kreisgruppe Hameln-Pyrmont fotografisch begleitet.

Im Herbst verschlug es mich für einige Zeit nach Brandenburg, genauer gesagt in die Region Motzen. Auch dort habe ich mich natürlich fotografisch betätigt und unter anderem ein Tarnversteck zum Fotografieren von Eisvögeln gebaut.

Eisvogel, Nikon D500 mit Sigma 150-600 Sports 1/250s f6.3 ISO800, Stativ, Tarnversteck

Vor Ort habe ich einen Förster kennengelernt, der mir zahlreiche gute Tips gegeben hat, wie ich in der Region an Motive komme und der mir gestattete, von einem seiner Ansitze, nahe eines Brunftplatzes, zu fotografieren. Das Brunftgeschehen konnte ich leider nicht festhalten, aber allein das Röhren der Hirsche aus dem Dunkel des Waldes zu hören, war ein spektakuläres Erlebnis. Später wurde ich dann aber doch noch in Form eines vorbeiziehenden Hirsches für meine Geduld belohnt.

Rothirsch, Nikon D500 Sigma 150-600 Sports 1/100s f6.3 ISO8000, Stativ

Im Oktober diesen Jahres war ich in Linum (Brandenburg), um Kraniche zu fotografieren; die offiziellen Zählungen ergaben, dass dort bis zu 75000 Exemplare gastierten.

Ein Trupp Kraniche zieht auf ihrem Weg an der Sonne vorbei
Die Kraniche auf dem Weg zu ihren Schlafplätzen, Feuchtwiesen bei Linum. Nikon D500 Sigma 300mmf2.8 + 1.4 Telekonverter 630mm EFL 1/1250s f8 ISO400 Handgehalten

Zum Abschluss meines Aufenthalts in Motzen machte ich noch eine Tour zu den Bartmeisen mit Uwe aka Tagesenergie.

Männliche Bartmeise im Schilf. Nikon D500 Sigma 300mm f2.8, 1/800s f4 ISO800 , 450mm EFL Handgehalten

Zurück in der Region Hannover habe ich dann einige schöne Herbstfotos, eines mir lange vertrauten Waldkauzpärchens, machen können.

Waldkauzpärchen (Waldkäuze No.3 und No.4) am Benther Berg. Nikon D500 Sigma 300mm f2.8 + 1.4 Teleconverter + 2.0 Teleconverter, 1/40s f13 ISO1600 1260mm EFL, Stativ


Durch meine Aktivitäten bei Instagram lernte ich den wunderbaren Christian Jakimowitsch kennen, mit dem ich mich sofort durch zahlreiche Gemeinsamkeiten verbunden fühlte, und wir alsbald beschlossen, zusammen einen Trip zum Fotografierten zu organisieren. Dieses Unterfangen führte uns in das Revier der Sperlingskäuze. Wind und Wetter schienen uns einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen, doch auf dem Rückweg zum Auto hatten wir doch noch das „Glück der Tüchtigen“ und eine der wunderbaren kleinen Eulen saß uns bei äußerst widrigen Bedingungen Modell.

Mein erster Sperlingskauz. Nikon D500 Sigma 300mm f2.8 + 2.0 Telekonverter, 3s f5.6 ISO3200, Stativ

Später im Herbst erfuhr ich durch Freunde, dass das Fotostudio Kurth in Seelze Bilder für einen Benefizkalender zu Gunsten des Seelzer-Brotkorbs suchte. Da ich im Einzugsbereich der Stadt Seelze aufgewachsen bin und mich meine fotografischen Aktivitäten dort immer wieder hinziehen, beschloss ich einige meiner dort entstandenen Bilder einzureichen – mit dem Erfolg, dass das unten abgebildete Fuchsbild abgedruckt wurde – und Patricia Chadde von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung auf mich aufmerksam wurde. Daraus resultierte, dass sie ein Interview mit mir führte, das sowohl im Print als auch auf der Homepage der HAZ veröffentlicht wurde. Den Artikel findet ihr hier.

Dieses Foto von Fuchswelpen an ihrem Bau wurde im Benefizkalender Seelze und der HAZ abgedruckt. Nikon D500 SIGMA 150-600 900mm EFL 1/1250s f8 ISO400 Stativ

Dies war für mich der krönende Abschluss eines bewegenden Jahres und ein ordentlicher Motivationsschub für das Jahr 2019.

Da dieser Blogpost jetzt wirklich sehr lang geworden ist, verspreche ich euch, dieses Jahr häufiger zu posten. Wenn ihr Interesse daran habt, zu einem der Themen mehr zu erfahren, schreibt mir gerne in die Kommentare, eine Email oder über einen meiner Social Media Kanäle und freut euch schon mal auf neue Inhalte. Für dieses Jahr habe ich einige spannende Projekte geplant.

Nikon D500 Sigma 300mm f2.8, 1/3200s f8 ISO800

Die Homepage zum Kamerafallen-Projekt WildesNachtleben.de ist jetzt online

Mein Freund Max Kesberger und ich haben im Frühjahr die 2018 damit begonnen ein Kamerafallen-Projekt in die Tat umzusetzen. Während wir uns in das Thema eingearbeitet haben, haben wir bereits ein kleines Waldstück, in dem wir uns von den Waldeigentümern und dem Jagdpächter die Einwilligung geholt haben Kameras aufzustellen, nach den besten Standorten abzusuchen. Dazu haben wir die am meisten frequentierten Wildpfade auf Trittsiegel hin untersucht und mit Wildkameras festgestellt welche Waldbewohner wir wann und wo erwarten können. Parallel dazu haben wir Sensoren entwickelt und diese sowie Gehäuse für unsere Kameras und Blitze konstruiert um diese dann an den vielversprechendsten Orten aufzustellen. Mittlerweile haben wir so Fotos von Dachsen, Füchsen, Mardern, Rehen, Waschbären, Wildschweinen, und wie unten abgebildet sogar von Wildkatzen Fotos generieren können. Die Homepage zum Projekt ist jetzt seit einigen Tagen Online und unter www.wildesnachtleben.de zu finden.

www.wildesnachtleben.de
Wildkatze, Nikon D5100 mit Sigma 30mm f1.4, 1/10s f9 ISO200, Selbstgebauter IR-Bewegungssensor

Aiko Sukdolak Naturfotografie in der HAZ

Nach dem es eines meiner Bilder in den Benefizkalender zu gunsten des Brotkorbs Seelze geschaft hatte, den das Fotostudio Kurth in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing der Stadt Seelze herausgibt, wurde mir die Ehre zu teil ein Interview mit Patricia Chadde von der HAZ/Neuen Presse Hannover führen zu dürfen.

Den Artikel könnt ihr entweder direkt hier im Blog oder auf haz.de lesen, dort findet ihr auch eine Galerie mit einigen meiner Aufnahmen aus dem Seelzer Stadtgebiet.

Artikel in der HAZ vom 15.12.2018

Am Dachsbau im Großen Holz – Juli

Auf meinen Spaziergänge im Großen Holz habe ich immer wieder die mir bekannten Dachs- und Fuchsbauten kontrolliert.

Eines Abends sah ich nach Sonnenuntergang einen Schatten in der Nähe eines Baues am Waldrand entlang flitzen. Darauf hin habe ich entschieden mein Glück hier zu versuchen und bin ein paar Tage später mit meiner vollständigen Ausrüstung angerückt, um auf den Waldbewohner anzusitzen.

Ich positionierte mich, mit der Kamera auf dem Stativ, gegen den Wind und in einigen Metern Abstand zum Bau unter meinem Tarnnetz. Nachdem die Sonne untergegangen war, regte sich endlich etwas am Bau. Ein Dachs war im letzten Licht des Tages nach draußen getreten.

Das erste Bild eines Dachses am Bau. Nikon D500, 1/40s f5,6 ISO25600 -2EV, 405mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Stativ

Ich konnte einige Fotos machen, aber der Dachs hatte den Bau erst so spät verlassen, dass nicht mehr ausreichend Licht zur Verfügung stand – ISO 25600 war die Folge.

Also kam ich beim nächsten Vollmond wieder, da ich mir so etwas mehr Licht versprach. Auf dem Weg zum Dachsbau sah ich aus der Distanz einen Jäger durch die Feldmarkt schreiten und mich beschlich ein etwas mulmiges Gefühl. Da der Jäger und ich jedoch in unterschieliche Richtungen unterwegs waren, beschloss ich meinen Weg fortzusetzen.

Ein Jäger auf dem Weg zu seinem Ansitz. Nikon D500, 1/200s f6,3 ISO800 -1EV, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Am Waldrand erregten dann ein paar Glockenblumen meine Aufmerksamkeit.

Wild wachsende Glockenblumen am Waldrand. Nikon D500, 1/200s f6,3 ISO800 -1EV, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Nachdem ich am Dachsbau angekommen war, nahm ich eine leicht veränderte Position gegenüber dem ersten Besuch ein.

Warten unterm Tarnschal und versteckt hinter Kamera und Objektiv. Huawei P9, Front Camera, f2.4 ISO2000 26mm

Ich baute mein Stativ so auf, dass ich noch das letzte Licht des Tages einfangen konnte, das durch ein Loch im Blätterdach auf die Region um den Dachsbau fiel. Dann wickelte ich einen Tarnschal um mein Stativ und stülpte einen zweiten über mich und die Kamera und nahm hinter selbiger Platz.

Eine viertel Stunde nach Sonnenuntergang wurde ich für das Warten belohnt. Ein Dachs verließ die Dunkelheit seines Baues und erkundete die Umgebung.

Da ist er, Nikon D500, 1/20s f3,5 ISO6400 -2,33EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

Da ich dieses mal ein lichtstärkeres Objektiv mitgenommen hatte, konnte ich den ISO-Wert deutlich niedriger halten, was sich positiv auf die Bildqualität auswirkte.

Kaum war der Dachs aus seinem Bau gekrochen, verschwand er auch schon wieder, tauchte aber sofort wieder auf. Als ich das Bild betrachtete und sein erdiges Gesicht sah, wurde mir klar was er tat.

Buddeln.., Nikon D500, 1/13s f3,5 ISO6400 -2,33EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

Offensichtlich führte er Wartungsarbeiten an seinem Bau aus.

Nachdem er einige Male in seinem Bau verschwunden war, stellte er das Graben ein und schüttelte sich den Dreck aus dem Pelz.

Dann flitzte er los…

Nikon D500, 1/10s f3,5 ISO6400 -2,67EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

…um an einem Nebeneingang des Baus, etwas näher an meiner Position, innezuhalten.

Nikon D500, 1/8s f3,5 ISO6400 -2,67EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

Dort zog das Klicken meiner Kamera die Aufmerksamkeit des Dachses auf sich.

Nikon D500, 1/10s f3,5 ISO6400 -2,67EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

Er schaute einige male kurz in meine Richtung, war sich aber offensichtlich nicht im Klaren darüber, was da vor sich ging und zog es vor, sich lieber etwas zurückzuziehen.

Der Dachs erkundete dann weiter die Umgebung um seinen Bau.

Nikon D500, 1/13s f3,5 ISO6400 -2,67EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

Er schnüffelte immer wieder, um herauszufinden ob ihm eine Gefahr in der Dunkelheit drohte.

Nikon D500, 1/10s f2,8 ISO6400 -2,67EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

Er konnte wohl die Richtung des Klickens der Kamera ausmachen, aber nicht meinen Geruch.

Nikon D500, 1/10s f2,8 ISO6400 -2,67EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

Irgendwann hatte der Dachs dann genug und warf noch einen skeptischen Blick in meine Richtung, um dann noch ein wenig außerhalb meiner Sichtweite sein Reich abzuschreiten und dann schlussendlich in der Nacht zu verschwinden.

Nikon D500, 1/10s f2,8 ISO6400 -2,67EV, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Stativ

Ich wartete noch ein wenig am Dachsbau in der Hoffnung, dass weitere Dachse den Bau verlassen würden, diese wurde allerdings nicht erfüllt.

Dann knallte es laut! Ein Schuss war abgefeuert worden. Ich hatte völlig vergessen, dass ein Jäger ganz in der Nähe seinen Jagdansitz hatte und das obwohl während meines Foto-Ansitzens etliche Male in der Distanz Schüsse abgegeben worden waren. Es schien, als ob mehr als nur ein Jäger die Gunst des Vollmondlichtes genutzt hatte, um auf die Jagd zu gehen.

Da ich jetzt etwas Bammel hatte, entschloss ich mich erstmal noch eine Weile am Dachsbau zu verweilen. Nach einiger Zeit bin ich dann doch Richtung Waldrand gegangen und habe mich dem letzten Motiv gewidmet, das in der Dunkelheit noch zu finden war – dem Mond.

Nikon D500, 1/250s f8 ISO400 -3EV, 900mm EFL mit Sigma 150600 f5.6-6.3, Stativ

Nachdem ich eine Weile mit der Fotografie des Mondes verbracht hatte -und seit geraumer Zeit keine Schüsse mehr zu hören waren- traute ich mich schließlich, im Schutze meiner Taschenlampe, den Rückweg zum Auto anzutreten.

Ich sah noch einige Schatten von Tieren in der Dunkelheit und hörte einige Tierlaute, von Jagdausübenden war aber zum Glück weit und breit keine Spur mehr zu sehen und zu hören, so dass ich sicher nach Hause kam.

Waldohreulen in der Region Hannover – Teil 2 – Juni 2017

Wie bereits im Mai, habe ich auch im Juni wieder etliche Besuche bei einer  Waldohreulen-Familie in der Region Hannover unternommen.

Im ersten Blog war bis auf ein totes Junges allerdings noch keine Spur von den jungen Eulen zu sehen gewesen… dies sollte sich allerdings bereits beim ersten Besuch im Juni ändern. Ich konnte die noch ganz grau und flauschigen Waldohreulen-Ästlinge in der Nähe ihres Nestes fotografieren.

Waldohreulenästling, Nikon D500 1/320 f6,3 ISO4000, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Die Kleinen verbargen sich so gut es ging zwischen den Blättern und Blüten des Nestbaumes, einer alten Robinie sowie in den Misteln, in denen das Nest verborgen war. Ab und an watschelte jedoch eines der Jungen weit genug auf den größeren Ästen entlang, um sich fotografieren zu lassen.

Waldohreulenästling, Nikon D500 1/3 f6,3 ISO3200, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Stativ

Waldohreulenästling, Nikon D500 1/3 f6,3 ISO3200, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Stativ

Nikon D500 1/8 f6,3 ISO3200, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Stativ

Die jungen Eulen, haben wenn sie bei einbrechender Dunkelheit etwas aktiver wurden immer wieder ihre Fähigkeiten ausprobiert. D.h sie haben all einer Eule möglichen Bewegungen geprobt, was zum schreien komisch aussah; aber seht selbst:

Auch die adulten Wahldohreulen haben wieder ganz formidable Fotomotive abgegeben.  Eine der Eulen saß im Blattwerk in der Nähe des Nestes und beobachtete geduldig mein fotografisches Treiben.

Sie ließ sich auch nicht dadurch aus der Ruhe bringen, dass ich mich unter ihr auf eine Mauer legte, um sie über mir durch das Blattwerk zu fotografieren.

Nikon D500 1/125 f6,3 ISO1600, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

 

Nikon D500 1/100 f7,1 ISO2000, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Ihr Blick verfolgte mich auch noch als ich einen Bogen um ihren Sitzplatz machte um sie im Kontext des Baumes zu fotografieren.

Nikon D500 1/200 f7,1 ISO1600, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Bei einem weiteren Besuch bei den Eulen konnte ich erstmals beide Ästlinge zusammen auf einem Bild festhalten; sie saßen gemeinsam auf einer Eiche nahe ihres Nestbaumes, d.h. sie hatten bereits ihre ersten Flugversuche unternommen.

Nikon D500 1/400 f6,3 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Nach kurzer Zeit flatterte dann eine der jungen Eulen davon und auch die andere testete ihre Flügel, entschied sich aber dagegen abzuheben…

Nikon D500 1/400 f6,3 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

..statt dessen entschied sie sich, ich meine Richtung zu schimpfen und dann weiter zu chillen.

Nikon D500 1/500 f6,3 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Die Ästlinge zu beobachten ist bisweilen alles andere als spannend, die meiste Zeit sind sie äußerst träge beim Sonnenbaden.

Als sich die Sonne dem Horizont näherte, suchte ich erneut den Ansitz der adulten Waldohreule auf. Die Eule wurde jetzt von direktem Sonnenlicht, das seinen Weg durch das Grün fand, illuminiert.

Nikon D500 1/400 f7,1 ISO4000, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Auch die Jungvögel blieben zunächst an ihren Plätzen in der Eiche.

Nikon D500 1/400 f7,1 ISO12800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Nikon D500 1/200 f7,1 ISO12800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Um dann, im letzten Licht des Tages, wieder zusammen zu finden.

Nikon D500 1/200 f7,1 ISO8000, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Nikon D500 1/320 f7,1 ISO8000, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Auch beim nächsten Besuch am Nest fand ich zunächst ein einzelnes Junges vor, das auf einem der dickeren Äste der Robinie den Tag verbrachte.

Nikon D500 1/640 f7,1 ISO3200, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Etwas später flog es dann zu ihrem Geschwisterchen und nahm direkt neben ihr platz.

Ich hatte dann das Glück dokumentieren zu dürfen, wie eine der jungen Eulen  Gewölle auswürgte.

Junge Waldohreule beim Würgen, Nikon D500 1/125, f7,1 ISO3200, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Nachdem der Magen geleert war, widmeten sich die beiden jungen Waldohreulen der gegenseitigen Gefieder- und wie es scheint Fußpflege 😉

Nikon D500 1/800 f6,3 ISO8000, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Nikon D500 1/800 f6,3 ISO8000, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Nikon D500 1/400 f6,3 ISO3200, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Handgehalten

Hier noch ein Foto,  bei der Arbeit (Danke Fiona):

Bei der Arbeit. Fuji X100t 1/125 f2,8 ISO640, 35mm EFL

Zu guter letzt möchte ich euch noch ein Video zeigen, das die beiden Ästlinge beim „Spielen“ und der gegenseiten Gefiederpflege zeigt.

Damit galt es für mich von den Waldohreulen Abschied zu nehmen, da sie von nun an ihrer eigenen Wege gingen und nicht mehr in der Nähe des Nistplatz anzutreffen waren.

Es war eine große Freude für mich die Eulen zu beobachten, die Jungen heranwachsen zu sehen, und bei der Gelegenheit gleich auch noch meine familiären Bande zu vertiefen. Ich hoffe auf die Waldohreulen, auf dass sie den gleichen Nistplatz im nächsten Jahr wieder aufsuchen 😉

Waldohreulen in der Region Hannover – Teil 1 – Mai 2017

Bei einem Fotoabend mit meiner Familie in der Region Hannover, hat mein Cousin Hajo mir erzählt, dass er mehrmals eine Eule in der Nähe seiner Wohnung beobachten konnte. Ich war sofort angefixt, habe ihn interviewt und gebeten, die Augen offen zu halten.

Da mein Cousin ebenfalls sehr naturbegeistert ist und selber gerne fotografiert, hat er sich der Sache natürlich angenommen. Ein paar Sichtungen zu später Stunde, und er konnte eine Häufung der Sichtungen in einer spezifischen Region Hannovers ausmachen und hat diese genauer untersucht. Das Ergebnis seiner Suche war ein toter Nestling, der unter einer Baumgruppe lag und eine kopflose Krähe, die er nicht weit von seinem ersten Fund entfernt am Boden fand.  Er konnte in der Nähe beider Funde aber weder ein Nest noch die Elternvögel ausmachen.

Toter Eulen Nestling am Boden. Panasonic DMC-FZ150 f4 1/200 ISO100 26mm EFL. ©Hajo Krüger

Kopflose Krähe. Panasonic DMC-FZ150 f3.5 1/60 ISO160 109mm EFL. ©Hajo Krüger

Wir konnten den Nestling zwar als Eule identifizieren, jedoch nicht mehr um welche Eulenart es sich handelte.  Die tote Krähe ließ jedoch den Schluss zu, dass es sich evtl. um Waldohreulen handeln könnte, da diese gerne in aufgegebenen Krähennestern nisten; nur dass das Nest in diesem Fall wohl nicht wirklich aufgegeben wurde, bzw. die ehemaligen Bewohner zurückgekommen waren, um das Nest für sich zu beanspruchten. Dies dürfte zum Konflikt zwischen Eulen und Krähen geführt haben, wobei die Krähen zunächst einen Eulen-Nestling aus dem Nest geworfen haben könnten und es dann zu einem Vergeltungsschlag der Eltern kam – so jedenfalls unsere Theorie..

Die oben genannten Funde waren Grund genug für mich, mit meiner Fotoausrüstung anzurücken und die Suche nach den Elterntieren aufzunehmen. Auch mein Schwager ist Hobby-Naturfotograf und war begeistert, von den Funden zu hören und schloss  sich der Suche nach den Eulen an. Wir suchten die gesamte Region um den Fundort des Nestlings und der toten Krähe ab, konnten jedoch keinerlei Spuren entdecken, auch nicht in den Bäumen und alten Bauernhäusern der Nachbargrundstücke – Nix.

Doch dann, nach Einbruch der Dunkelheit, war da plötzlich ein lautloser Schatten am Himmel und uns war klar, dass wir unsere erste Eule gesichtet hatten.

Die Eule hatte sich in einem kleinen Baum, auf dem an die Fundstelle angrenzenden Grundstück, am Feldrain niedergelassen. Wir liefen am Rand des Feldes entlang, bis es möglich war, einen ersten Schnappschuss zu machen.

Das erste Eulenfoto. Nikon D500 1/6 f6,3 ISO12800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3,  Stativ

Auch wenn es noch keine vorzeigbaren fotografischen Ergebnisse gab (siehe oben ;), waren wir euphorisiert und konnten es kaum abwarten, den Eulen in den nächsten Tagen erneut nachzustellen. Wir verabredeten, dass Hajo im Fall der Sichtung einer Eule, telefonisch Bescheid geben sollte.

An einem wunderschönen Sommerabend kam der ersehnte Anruf und ich machte mich sofort auf den Weg ins Dorf.

Die Eule saß oben in einem Baum und nahm ein Sonnenbad. Es war sofort erkennbar: es war eindeutig eine Waldohreule.

Waldohreule. Nikon D500 1/1250 f8 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Witzigerweise hat Hajo beinahe das gleiche Bild aufgenommen wie ich:

Waldohreule. Panasonic DMC-FZ150 f5.2 1/200 ISO100 660mm EFL. ©Hajo Krüger

Wie ich finde, produziert die kompakte Panasonic ganz vorzeigbare Ergebnisse (SOOC jpg)!

Während ich weitere Fotos machte, hat Hajo ein Bild von mir -bei der Arbeit- aufgenommen:

Bei der Arbeit. Panasonic DMC-FZ150 f4 1/500 ISO160 33mm EFL. ©Hajo Krüger

Ich habe dann mein Stativ aufgebaut und ein Video aufgezeichnet, da die Waldohreule durch die starke Sonneneinstrahlung am Hyperventilieren war.

Auch mein Schwager hatte sich uns inzwischen wieder angeschlossen und wir fotografierten die Eule nun gemeinsam. Offensichtlich war diese von dem Trubel völlig unbeeindruckt, denn auch über einer halben Stunde nach meine Ankunft hatte sich sich noch keinen Millimeter bewegt.

Waldohreule eine halbe stunde nach dem ersten Bild – keine Bewegung. Nikon D500 1/1000 f7,1 ISO400, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Nach etwas mehr als dreißig Minuten eine erste Bewegung: die Waldohreule positionierte sich etwas näher an die Mistel in deren Nähe sie auch vorher schon gesessen hatte.

Eine weite halbe Stunde später – erste Bewegung. Nikon D500 1/500 f7,1 ISO400, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Ein wenig später entdeckten wir auch noch eine zweite adulte Waldohreule in einem Nachbarbaum

Die zweite adulte Waldohreule. Nikon D500 1/125 f7,1 ISO400, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Beide Eulen veränderten an diesem Abend nicht mehr ihren Sitzplatz bevor die Sonne unterging, weshalb wir nach den beiden folgenden Aufnahmen das Fotografieren vorerst einstellten.

Waldohreule kurz vor Sonnenuntergang. Nikon D500 1/160 f6,3 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Stativ

Waldohreule kurz vor Sonnenuntergang II. Nikon D500 1/200 f6,3 ISO1600, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Stativ

Einige Tage später bin ich erneut zum Fotografieren der Waldohreulen raus in die Region gefahren und wurde mit Fotos von beiden adulten Tieren belohnt.

Waldohreule mit um 180° gedrehtem Kopf. Nikon D500 1/160 f6,3 ISO3200, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Waldohreule an einer der Misteln. Nikon D500 1/200 f6,3 ISO6400, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Ich habe auch wieder Videoaufnahmen gemacht und aus diesen einen kleinen Film mit „DaVinci Resolve“ geschnitten (mein Erstlingswerk).

Den Abschluss des ersten Posts über die Waldohreulen soll ein weiteres Bild- das mein Cousin aufgenommen hat- bilden, da dieses auch zugleich das letzte Foto ist, welches wir im Mai von den Eulen gemacht hatten.

Waldohreule im Abendrot. Panasonic DMC-FZ150 f4,8 1/30 ISO100 530mm EFL. ©Hajo Krüger

Im zweiten Teil folgen dann auch endlich Aufnahmen der jungen Eulen, die sich bisher rar gemacht haben.

Vielen dank an dich, Hajo, dass du die Bilder zum Posten zur Verfügung gestellt hast und für die schönen Abende, die wir zusammen mit deiner Familie beim Fotografieren der Eulen verbracht haben.

Ein standorttreuer Kormoran am Ihmeufer

Eines morgens habe ich, beim Joggen entlang des Ihmeufers, einen mir bekannten Naturfotografen (Jörg Loevenich aka HannoverNatur) getroffen, der gerade um einen Busch schlich. Wenig später hatte ich das Objekt seiner Begierde ausgemacht – ein Kormoran saß auf einem Ast und wartete geduldig auf Beute. Leider hatte ich keine Kamera dabei aber ich merkte mir die Lokation für später vor.

Wie es dann so kommt, hatte ich erst Tage später die Gelegenheit den Spot mit  der Kamera erneut aufzusuchen und tatsächlich – der Kormoran war wieder da. Also Kamera gezückt und ab in den Busch!

Nikon D500 1/160 f6,3 ISO800, 480mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Sehr zu meiner Freude bemerkte mich der Kormoran zwar, nahm  aber keinerlei Anstoß an mir. So konnte ich mich immer weiter durch den Busch vorarbeiten und fotografieren.

Nikon D500 1/200 f6,3 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Nikon D500 1/200 f6,3 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Nikon D500 1/200 f7,1 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Nach dem ich ausgiebig Bilder gemacht hatte, habe ich mich dann vorsichtig zurückgezogen, um den Kormoran nicht doch noch aufzuscheuchen.

Obwohl die gezeigten Aufnahmen mir schon recht gut gefallen haben, hatte ich noch ein anderes Bild im Kopf. Ich wollte versuchen den Kormoran besser freizugestllen; also bin ich am Tag darauf nochmals, ausgerüstet mit meinem Sigma300mm f2.8, an den Standort des Kormorans zurückgekehrt.  Der Kormoran war glücklicherweise wieder an seinem Platz.

Nikon D500 1/800 f2,8 ISO400, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Handgehalten

Nikon D500 1/800 f2,8 ISO400, 450mm EFL mit Sigma 300mm f2.8, Handgehalten

Der Kormoran tolerierte mich zum Glück erneut und so konnte ich nach einigen Aufnahmen auch noch meinen Telekonverter montieren und weitere Bilder machen.

Das Einbinden des Blattwerks im Vordergrund hat mir schon sehr gut gefallen.

Nikon D500 1/200 f4,5 ISO1600, 630mm EFL mit Sigma 300mm f2.8+TK1.4

Dann begann es zu regnen, und die Tropfen sammelten sich langsam auf dem Kopf des Kormorans und bildeten einen langsam wachsenden Perlenkopfschmuck.

Nikon D500 1/250 f4 ISO1600, 630mm EFL mit Sigma 300mm f2.8+TK1.4

Nikon D500 1/200 f4 ISO1600, 630mm EFL mit Sigma 300mm f2.8+TK1.4

Nikon D500 1/160 f4 ISO1600, 630mm EFL mit Sigma 300mm f2.8+TK1.4

Nikon D500 1/500 f4 ISO3200, 630mm EFL mit Sigma 300mm f2.8+TK1.4

Beim Kriechen durch das Strauchwerk des Uferbewuchses fiel mein Blick auf den Ansitz des Kormorans und seine Füße.

Nikon D500 1/200 f4 ISO1600, 630mm EFL mit Sigma 300mm f2.8+TK1.4

Bei der folgenden Hochformataufnahme, bei der der Kormoran frontal in die Kamera blickt, wirkt dieser geradezu schlangenhaft.

Nikon D500 1/400 f4 ISO3200, 630mm EFL mit Sigma 300mm f2.8+TK1.4

Meine Lieblingsaufnahme bleibt allerdings das Folgende, bei der die Augen eine beinahe hypnotische Ausstrahlung haben.

Nikon D500 1/200 f6,3 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten