Waldohreulen in der Region Hannover – Teil 1 – Mai 2017

Bei einem Fotoabend mit meiner Familie in der Region Hannover, hat mein Cousin Hajo mir erzählt, dass er mehrmals eine Eule in der Nähe seiner Wohnung beobachten konnte. Ich war sofort angefixt, habe ihn interviewt und gebeten, die Augen offen zu halten.

Da mein Cousin ebenfalls sehr naturbegeistert ist und selber gerne fotografiert, hat er sich der Sache natürlich angenommen. Ein paar Sichtungen zu später Stunde, und er konnte eine Häufung der Sichtungen in einer spezifischen Region Hannovers ausmachen und hat diese genauer untersucht. Das Ergebnis seiner Suche war ein toter Nestling, der unter einer Baumgruppe lag und eine kopflose Krähe, die er nicht weit von seinem ersten Fund entfernt am Boden fand.  Er konnte in der Nähe beider Funde aber weder ein Nest noch die Elternvögel ausmachen.

Toter Eulen Nestling am Boden. Panasonic DMC-FZ150 f4 1/200 ISO100 26mm EFL. ©Hajo Krüger
Kopflose Krähe. Panasonic DMC-FZ150 f3.5 1/60 ISO160 109mm EFL. ©Hajo Krüger

Wir konnten den Nestling zwar als Eule identifizieren, jedoch nicht mehr um welche Eulenart es sich handelte.  Die tote Krähe ließ jedoch den Schluss zu, dass es sich evtl. um Waldohreulen handeln könnte, da diese gerne in aufgegebenen Krähennestern nisten; nur dass das Nest in diesem Fall wohl nicht wirklich aufgegeben wurde, bzw. die ehemaligen Bewohner zurückgekommen waren, um das Nest für sich zu beanspruchten. Dies dürfte zum Konflikt zwischen Eulen und Krähen geführt haben, wobei die Krähen zunächst einen Eulen-Nestling aus dem Nest geworfen haben könnten und es dann zu einem Vergeltungsschlag der Eltern kam – so jedenfalls unsere Theorie..

Die oben genannten Funde waren Grund genug für mich, mit meiner Fotoausrüstung anzurücken und die Suche nach den Elterntieren aufzunehmen. Auch mein Schwager ist Hobby-Naturfotograf und war begeistert, von den Funden zu hören und schloss  sich der Suche nach den Eulen an. Wir suchten die gesamte Region um den Fundort des Nestlings und der toten Krähe ab, konnten jedoch keinerlei Spuren entdecken, auch nicht in den Bäumen und alten Bauernhäusern der Nachbargrundstücke – Nix.

Doch dann, nach Einbruch der Dunkelheit, war da plötzlich ein lautloser Schatten am Himmel und uns war klar, dass wir unsere erste Eule gesichtet hatten.

Die Eule hatte sich in einem kleinen Baum, auf dem an die Fundstelle angrenzenden Grundstück, am Feldrain niedergelassen. Wir liefen am Rand des Feldes entlang, bis es möglich war, einen ersten Schnappschuss zu machen.

Das erste Eulenfoto. Nikon D500 1/6 f6,3 ISO12800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3,  Stativ

Auch wenn es noch keine vorzeigbaren fotografischen Ergebnisse gab (siehe oben ;), waren wir euphorisiert und konnten es kaum abwarten, den Eulen in den nächsten Tagen erneut nachzustellen. Wir verabredeten, dass Hajo im Fall der Sichtung einer Eule, telefonisch Bescheid geben sollte.

An einem wunderschönen Sommerabend kam der ersehnte Anruf und ich machte mich sofort auf den Weg ins Dorf.

Die Eule saß oben in einem Baum und nahm ein Sonnenbad. Es war sofort erkennbar: es war eindeutig eine Waldohreule.

Waldohreule. Nikon D500 1/1250 f8 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Witzigerweise hat Hajo beinahe das gleiche Bild aufgenommen wie ich:

Waldohreule. Panasonic DMC-FZ150 f5.2 1/200 ISO100 660mm EFL. ©Hajo Krüger

Wie ich finde, produziert die kompakte Panasonic ganz vorzeigbare Ergebnisse (SOOC jpg)!

Während ich weitere Fotos machte, hat Hajo ein Bild von mir -bei der Arbeit- aufgenommen:

Bei der Arbeit. Panasonic DMC-FZ150 f4 1/500 ISO160 33mm EFL. ©Hajo Krüger

Ich habe dann mein Stativ aufgebaut und ein Video aufgezeichnet, da die Waldohreule durch die starke Sonneneinstrahlung am Hyperventilieren war.

Auch mein Schwager hatte sich uns inzwischen wieder angeschlossen und wir fotografierten die Eule nun gemeinsam. Offensichtlich war diese von dem Trubel völlig unbeeindruckt, denn auch über einer halben Stunde nach meine Ankunft hatte sich sich noch keinen Millimeter bewegt.

Waldohreule eine halbe stunde nach dem ersten Bild – keine Bewegung. Nikon D500 1/1000 f7,1 ISO400, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Nach etwas mehr als dreißig Minuten eine erste Bewegung: die Waldohreule positionierte sich etwas näher an die Mistel in deren Nähe sie auch vorher schon gesessen hatte.

Eine weite halbe Stunde später – erste Bewegung. Nikon D500 1/500 f7,1 ISO400, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Ein wenig später entdeckten wir auch noch eine zweite adulte Waldohreule in einem Nachbarbaum

Die zweite adulte Waldohreule. Nikon D500 1/125 f7,1 ISO400, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Beide Eulen veränderten an diesem Abend nicht mehr ihren Sitzplatz bevor die Sonne unterging, weshalb wir nach den beiden folgenden Aufnahmen das Fotografieren vorerst einstellten.

Waldohreule kurz vor Sonnenuntergang. Nikon D500 1/160 f6,3 ISO800, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Stativ
Waldohreule kurz vor Sonnenuntergang II. Nikon D500 1/200 f6,3 ISO1600, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, Stativ

Einige Tage später bin ich erneut zum Fotografieren der Waldohreulen raus in die Region gefahren und wurde mit Fotos von beiden adulten Tieren belohnt.

Waldohreule mit um 180° gedrehtem Kopf. Nikon D500 1/160 f6,3 ISO3200, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten
Waldohreule an einer der Misteln. Nikon D500 1/200 f6,3 ISO6400, 900mm EFL mit Sigma 150-600 f5,6-6,3, OIS1, Handgehalten

Ich habe auch wieder Videoaufnahmen gemacht und aus diesen einen kleinen Film mit „DaVinci Resolve“ geschnitten (mein Erstlingswerk).

Den Abschluss des ersten Posts über die Waldohreulen soll ein weiteres Bild- das mein Cousin aufgenommen hat- bilden, da dieses auch zugleich das letzte Foto ist, welches wir im Mai von den Eulen gemacht hatten.

Waldohreule im Abendrot. Panasonic DMC-FZ150 f4,8 1/30 ISO100 530mm EFL. ©Hajo Krüger

Im zweiten Teil folgen dann auch endlich Aufnahmen der jungen Eulen, die sich bisher rar gemacht haben.

Vielen dank an dich, Hajo, dass du die Bilder zum Posten zur Verfügung gestellt hast und für die schönen Abende, die wir zusammen mit deiner Familie beim Fotografieren der Eulen verbracht haben.

Ein Gedanke zu „Waldohreulen in der Region Hannover – Teil 1 – Mai 2017“

  1. Super, der neue Blog!
    Die neuen Inhalte, die neuen Bilder, die thematische Gliederung und die Einbindung einer Suchmaschine gefallen mir außerordentlich gut.
    Danke und weiter so!

    PS: Grüße und Dank auch an Hajo

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